Samstag, 27. September 2014

Unsere Wohnung und das alltägliche Leben 


Hallo, heute möchte ich euch gerne unser Haus bzw. unsere Wohung und unsere Umgebung hier vorstellen. Leider habe ich noch kaum Fotos ausserhalb der Wohung bzw. unseres Hofs, aber ich habe ja noch ca. 11 Monate um sie euch präsentieren zu können :)


Hier seht ihr unser Haus, das von unserer Landlady Ma Esther
und unseren Hof.
Hier seht ihr links unser Haus von aussen, rechts daneben befindet sich das Haus von Ma Esther (Ma ist die höfliche Anrede für eine Frau, Ni ist die für einen Mann). Ma Esther wohnt mit uns auf einem Compound, also einem Hof. Das Haus von ihr ist recht gross, unseres klein, aber sehr gemütlich. Wenn ihr das erste Bild anschaut, seht ihr, dass ein kleiner Weg rechts am Haus vorbeiführt. Dieser führt zu Bild 3, also das untere links.  Hinter dem Haus ist ein kleines Häusschen, die linke Tür führt zur Auswärtsdusche, die wir aber nie benutzen, die rechte zur Toilette. Das letzte Bild zeigt einmal unsere Regentonne, von der wir Wasser zum Duschen, Geschirrwaschen, Putzen, Wäsche waschen etc. gewinnen. Ausserdem sieht man die Küche von Ma Esther, die Tür führt zu ihr. Dort kocht Ma Esther sehr sehr leckere Gerichte, sie röstet zum Beispiel Mais, den Rest macht sie         wahrscheinlich in ihrer Küche im Haus. Ausserdem sieht man, dass sie ihr Geschirr aussen spült. Ich habe es letztens ausprobiert, es ist sehr sinnvoll. Es spart erstens Wasser von der Quelle, zweitens macht es keine Sauerei in der Küche und geht wirklich schnell.



Das hier ist unser Wohnzimmer.
 Hier könnt ihr unser Wohnzimmer sehen. Das erste Bild zeigt unseren Tisch, an dem wir essen und eine Freiwilligen-Wall-Of-Fame, wie ich sie nenne. Ich weiss nicht, wann sie entstanden ist, aber ich gehe mal davon aus, dass sie seit der ersten Bali Generation da ist. Wir sind die 4. Alle Freiwilligen haben dort Dinge gelassen, die sie nützlich, lustig finden oder einfach da haben wollten. So gibt es zum Beispiel einen Plan gegen Langeweile, Rezepte, lustige Sprüche über das Taxifahren (mit definitiv zu viele Leuten im Auto :D), Bilder etc. Wir haben auch schon etwas aufgehängt. Eine Zitatliste, auf die wir immer Zitate aufschreiben, die wir lustig finden. Auf dem zweiten Bild spielt Mr. Greogory auf dem E-Piano von Max. Mr. Greogory ist der Mann, der uns in Bamenda abgeholt hat, als wir angekommen sind. Ausserdem ist er wirklich ein Schatz. Egal welches Problem wir haben, ob wir etwas nicht wissen, Hilfe brauchen oder einfach nur ausgehen wollen, Mr. Gregory ist immer für uns da. Gestern erst sind wir mit ihm nach Bamenda gefahren um eine Trommel für Max zu kaufen, ausserdem hat er uns geholfen eine beglaubigte Ausweiskopie zu bekommen, das war gar nicht so einfach wie gedacht und ich bin mir sicher wir hätten das niemals hingekriegt. Auf dem dritten Bild spielen die beiden Gitarre. Mr. Greogory hat uns die Gitarre ausgeliehen, weil wir keine hatten. Sie ist sehr praktisch für den Musikunterricht, weil man sie leicht transportieren kann. Allerdings kann ich nicht Gitarre spielen. Das letzte Bild zeigt einen Schrank mit Material für die Kinder, einer Musikanlage, die aber leider einen Kurzschluss hat (wir müssen einen Elektiker suchen), Bücher und Filmen. Fast alles davon ist von den Freiwilligen vor uns. Unsere Ausstattung ist wirklich tip top. Vor allem an Materialien für die Kinder mangelt es hier keinesfalls.




Das Bad im Haus und unsere Küche.
Das erste Bild zeigt unser Bad, das im Haus. Wie ihr sehen könnt, stehen einige Plastikbehälter mit Wasser (Regenwasser) gefüllt in unserer Dusche. Das liegt daran, dass wir sie alle rausgestellt haben als es geregnet hat um Wasser zu gewinnen. Um zu duschen nehmen wir den blauben Eimer, füllen ihn mit 1/4 an Wasser (ich glaube wenn es eine Wasserrechnung geben würde, wäre sie sehr sehr niedrig) und erhitzen es auf dem Gasherd in der Küche (rechts auf der Ablage, es steht ein silber Topf drauf). Dann nehmen wir einen kleinen lila Becher und schütten ihn auf uns und duschen. Man muss darauf achten, dass das Wasser für die Haare wieder zurück ihn den Eimer fliesst um nicht so viel zu benötigen. Es klingt sehr kompliziert, aber das Duschen ist echt cool, vor allem weil wir das Wasser erhitzen. Die Toilette benutzen wir abends, weil wir nicht mehr raus sollen und benutzen einen Eimer um die Toilette abzuspülen. Links seht ihr einen Lappen, das ist ein typischer Putzlappen um den Boden zu wischen. Das geht einfach ohne Besen, man kniet sich hin und los geht's :) Zur Küche kann ich nicht viel sagen. Das grüne Ding ist unser Wasserfilter. Momentan schmeckt er irgendwie nach Plastik, wahrscheinlich weil er neu ist. Wir kaufen momentan Trinkwasser und warten bis wir ihn benutzen können. Ich benutze das Wasser aber trotzdem für Kaffe oder Tee, da schmeckt man es nicht. unten links seht ihr gaaaaanz viele Wasserkanister. Drinnen ist Wasser von der Quelle, es war schon aufgefüllt, wenn es leer wird müssen wir es selbst auffüllen und mit Mr. Gregory zur Quelle fahren und es dann ins Haus tragen. Trinkwasser kaufen wir auch in diesen grossen 10l Kanister. Wir haben einen Gasherd und ein Waschbecken (im Bad übrigens auch). In das blaue Teil stellen wir sauberes und nasses Geschirr, dann kann es abtropfen. Die Plastikflasche, die über dem Wasserhahn mit zwei Leinen am Schrank befestigt ist, ist unser Wasserhahn. Diese überaus schlaue Konstruktion war schon hier, als wir hier angekommen sind. Ich habe anfangs nicht verstanden wofür, aber Max, mein Mitbewohner und Projektpartner, hat es mir erklärt. In dem Flasc hendeckel ist ein Loch, darin steckt ein Zahnstocher. Der Flaschenboden ist aufgeschnitten. In diese Öffnung schütet man Wasser aus Kanistern. Dann zieht man den Zahnstocher raus und voilà: Das
Wasser fliesst.





Das hier ist unsere Toilette draussen. Ich gebe zu, anfangs hätte ich beinahe geweihnt. Das war nicht das, was ich mir vorgestellt habe, aber schon nach drei Wochen ist es kein Problem mehr die Toilette zu benutzen. Die anderen Kamerun Freiwilligen haben fliessend Wasser und damit die übliche Toilette, aber hier in Bali ist diese Toilette übrig und einige haben beides. Die "normale" Toilette benötigt einfach zu viel Wasser. Freunde von uns in Batibo haben eine übliche und diese hier für Wasserausfall. Um die Toilette zu benutzen schiebt man den Deckel einfach weg und dann ist dort ein Loch. Der Cousin von unserer Landlady reinigt die Toilette regelmässig also ist das alles kein Problem. Auf dem dritten Bild seht ihr unsere Wäscheleine. Den grünen Lappen habe ich zum Beispiel gewaschen und aufgehängt. Zum Waschen erhitzen wir Regenwasser (wie zum Duschen) und füllen in die grosse Plastikschüssel in Bad heisses Wasser und etwas Spüli. Dazu benutze ich Kernseife für die Flecken und dann wasche ich einfach mit den Händen. Zum Glück hat mir mein Vater in unserem Nigeria Aufenthalt 2009 gezeigt wie das geht, denn ich hatte versucht einen Eimer mit Klamotten und Wasser mit meiner Hand kreisförmig zu bewegen, weil "das die Waschmaschiene auch so macht". Dummerweise hat es nicht funktioniert, aber jetzt bin ich Waschexperte, Ma Esther meint ich würde super schnell und ordentlich waschen, danke Papa! :) Dann ist es meistens noch gut die Klamotten voll Seife in klarem Wasser auszuspülen und auszuwringen. Dann trocknen sie am besten morgens, von 9-14 Uhr ist die Sonne sehr stark und es regnet nicht. Das vierte Bild zeigt wie wir Regenwasser gewinnen. Die Regenrinne hat sozusagen ein "Loch" Das Wasser fliesst über das Dach, durch die Rinne und tropft dann aus dem Loch in die Tonne oder eine Schüssel, die wir zusätzlich hinstellen.









Jetzt zum wichtigen Teil: Mein Zimmer! Und, wie ich ihn nenne, der Methodenschrank.

So, jetzt mein Revier - mein Zimmer. Ich hab es mir hier sehr schön eingerichtet. Wie ihr sehen könnt, es geht einfach nicht ohne Freunde und Familie. Ich habe mir unzählige Bilder mitgebracht und gestern mühsam eine Collage erstellt, aus lauter pinken und rosa Din-A4-Blättern und dann habe ich versucht, die Bilder in Herzform aufzukleben. Einige von euch wissen wahrscheinlich, dass ich nicht besonders begabt bin, sobald es ums Basteln oder Malen geht. Deshalb sieht der Schriftzug mit meinem nigerianischem Zweitnamen "Tolu" auch aus wie "Tofu", aber naja, man kann ja nicht alles haben. Egal wie es aussieht, ich find es toll, dass ich vorm Einschlafen auf meine Freunde und meine Familie gucken kann und sie beim Aufwachen das Erste sind, was ich sehen kann. Bitte nicht sauer sein, falls ihr nicht an der Wand hängt, das heisst nicht, dass ihr nicht zu Freunden oder Famillie gehört, sondern, dass ich entweder kein Bild hatte oder in der Hektik (ca. 10h vor Abflug, als ich gerade erst zu packen angefangen habe) beim DM nicht daran gedacht habe das Foto auszudrucken. Wie immer, war ich mehr als spät dran, aber: ich habe es geschafft und kaum etwas vergessen :D Ausserdem seht ihr meinen Schrank, auch mit Bildern beklebt. Mein Bett ist auf dem dritten Bild zu sehen. Es ist ziemlich gross, ca. 1,40m. Man sieht, es ist etwas durchgelegen, also rutscht man immer in die Mitte, aber ich schlafe sooo unfassbar viel hier (mindestens doppelt so viel), es ist also bequem. Ich habe extra mein Mückennetz vor das Bett getan, damit ihr es mal sehen könnt. Das Mückennetz bedeckt dann fast mein ganzes Bett und ich bin geschützt vor Moskitos (ich habe allerdings kaum welche gesehen) und vor Spinnen (davon habe ich viel zu viele gesehen, ich bin also sicher vor allem was krabbelt :D). Das letzte Bild zeigt unseren "Methodenschrank". Er ist voll mit Materialen wie Wasserfarbe, Pinsel, Blätter, Stifte, Spiele, Bälle und und und. Es mangelt wirklich an nichts. Ich frage mich ob die Vorfreiwilligen irgendetwas in ihrem Gepäck hatten. Ich dachte, dass ich viel für die Kinder mithatte, allerdings war das nur 1/4 meines Gepäcks, jetzt klingt es nicht mehr so :D.




So, jetzt habe ich genug Stoff für einen Roman geschrieben und euch wirklich recht detailliert erklärt wie ich hier lebe. Ich tippe so seit ca. 3/4 Stunden, aber ich hoffe es gefällt euch. Die Bilder habe ich gestern gemacht und gleichzeitig nach neuer Musik für meine Musikstunden gesucht (deshalb die Kopfhörer). Die anderen zwei Bilder zeigen unsere Musiksammlung. Max und ich sind ziemlich musikbegeistert, deshalb sind wir zusammen hier und dürfen Musik unterrichten. Die Sammlung gehört ausschliesslich Max, er ist das wahre Genie, ich geniesse eher das Musik hören. Ich darf aber alles mitbenutzen und das ist wirklich ziemlich ziemlich cool. Jetzt kochen wir mal. Wir probieren heute Pommes zu machen, statt Bratkartoffeln oder Spaghetti, wie bisher. Ich habe auch total Hunger, denn ich habe mich heute von 2 mini Äpfeln ernährt. Schmecken hier noch besser als in Deutschland übrigens :)

Bis bald,
Louisa
Kommentar veröffentlichen