Montag, 23. März 2015

International Women's Day!


Hallo ihr Lieben,

Ich melde mich mal wieder aus dem wunderschönen Bali in Kamerun.

Ich habe euch einiges zu berichten seit dem letzten Mal! In Bafoussam, etwa 120 km von Bali entfernt habe ich mir den „International Women's Day“ angesehen. Die meisten großen Festlichkeiten, die ich bisher in Bali angesehen habe, sehen alle realtiv ähnlich aus:

Alle Menschen, die gerne feiern möchten versammeln sich auf einer Tribüne in Tang Fang (Bali) und die Organisatoren haben dann immer etwas vorbereitet. Das können Tänze, Lieder, Sketche, Modenschauen und und und sein. Seit dem 9. Februar, dem Youth Day, habe ich dann etwas ganz Neues kennengelernt – marschieren. Aus wahrscheinlich deutsch-geschichtlichem Hintergrund finde ich das noch etwas seltsam. Mir erscheint es in Bali so, als sei es eine sehr große Ehre zu marschieren. Das kann ich mir auch gut vorstellen. Vor allem als Kind ist man wahrscheinlich super gespannt und will allen zeigen, wie gut man marschieren kann und die Eltern sind stolz, wenn sie ihre Kinder in Aktion sehen.

Am 8. März war ich dann also in Bafoussam, um mir das Ganze mal dort anzusehen. Der Ablauf war ungefähr der gleiche wie in Bali, die Stimmung mindestens genauso gut, wenn es auch natürlich viel anonymer ist als in Bali, das einfach viel kleiner ist als Bafoussam. Ich muss zugeben, dass ich es auch gar nicht mehr komisch fand. Im Gegenteil, es war echt cool!

Wie immer, gibt es auch wieder Bilder. Darauf könnt Ihr sehen, dass die Frauen alle den gleichen Stoff tragen. Entweder in Gelb oder Orange. Das liegt daran, dass sich hier viele Menschen, besoders Frauen, Kleider schneidern lassen. Man geht einfach auf den Markt, kauft Stoff und geht dann zum Schneider. Dort kann man dann entweder in einem Katalog den Stil auswählen oder erklärt oder malt selbst wie man es gerne haben möchte. Auf dem Markt gibt es auch viele Second Hand Klamotten. In Deutschland war ich nie in Second Hand Läden, aber das wird sich bald ändern. Die Qualität ist wirklich gut und die Preise unfassbar. Ich weiß nicht wie ich meinen Koffer wieder nach Deutschland bringen soll. Ich habe ultra viele Klamotten, tendenziell steigt die Anzahl stetig weiter. Erstrecht, weil ich alles was mir nicht passt umändern kann oder es mir selbst schneidern lassen kann. Und das zu Preisen, die Normalstrerbliche bezahlen können, nicht so wie in Deutschland. Gegen so einen H & M kann ein kommerzieller Schneider preislich halt eben wirklich nicht ankommen.

Ich probiere mal diesen Eintrag etwas kürzer zu fassen und dafür direkt einen anderen zu schreiben, wo ich Euch erzähle, was für mich fremd war und ist und worin sich Kamerun und Deutschland unterscheiden. Obwohl ich erstens nicht zusammenfassen kann und ich darüber eine Hausarbeit schreiben könnte. Und trotzdem würde ich alles verallgemeinern und niemals die Wahrheit sagen. Bitte vergesst während ihr meinen Blog lest nicht, dass was ich sage einzig und allein in dieser Situation und vielleicht in diesem Teil allgemein gültig sein kann. Und nicht für ganz Kamerun, oder noch schlimmer, für ganz Afrika. Kamerun ist ein winziges Land in Afrika. Und ich war nicht in ganz Kamerun. Die frankophone Sektion ist zum Beispiel anders als die anglophone und der Nordern soll komplett anders sein. Ich will auf meinem Blog keine Stereotypen bestätigen, sondern von meinem Leben berichten. Wenn Ihr allerdings Fragen habt, oder Ihr gerne wollt, dass ich mal über etwas ganz bestimmtes berichte, oder ein Foto von etwas Bestimmten machen soll, dann sagt es mir bitte. Ihr könnt mich unter WhatsApp erreichen oder mir eine E-mail schreiben (louisaobisesan@gmail.com). Wir können aber auch mal telefonieren, aber meine Handynummer kann ich leider nicht ins Netz stellen, kontaktiert mich einfach. Ich freue mich immer über eine Rückmeldung und Kritik, ob negativ oder positiv und ein bisschen was aus der guten alten Heimat zu hören.

Ich füge Euch jetzt noch ein paar Bilder ein und erzähle ein bisschen was dazu und zu ein paar anderen Dingen, die ich in Deutschland noch nie gemacht habe, hier aber schon oder die mir in Deutschland noch nie passiert sind:

  • Schon zwei Mal ist es mir passiert, dass ich jemanden besucht habe und diese Person netterweise meine Schuhe jeden Tag (!) geputzt hat UND mir meine Klamotten gewaschen hat. Die Schuhe sahen besser aus als je zuvor. Sogar als sie neu waren nicht.
  • Ich bin von einer 6 Meter hohen Klippe aus in einen Wasserfalls gesprungen (und ich hab jedes Mal erneut absolute Panik, aber will es im Endeffekt doch). Der Wasserfall ist lustigerweise auf künstliche Weise entstanden. Deutsche haben einen Steinteil weggesprengt um Wasserresourcen in Bali zu bekommen.
  • Ich habe etwas gekocht, dass nicht entweder schon halb zubereitet und nur noch angebraten werden muss oder Tomatensoße mit Nudeln ist. Darauf bin ich sehr stolz :D
  • Ich bin voller Verzweiflung einfach in irgendein Auto eingestiegen und habe gebetet, dass ich tatsächlich irgendwann noch ankommen werde. Ich hatte kein Taxi gefunden.
  • Ich kann mich mittlerweile auf Französisch unterhalten und zwar besser als ich es je in meiner Schulzeit konnte.
  • Ich kann einen Fisch auseinandernehmen und Fleisch zubereiten.
  • Ich kann mittlerweile super aus Eimern duschen. Sogar mit nur 3 Litern
  • Im Wasser wirtschaften bin ich super. In Deutschland habe ich locker 20-30 Minuten unter der Dusche gestanden, was ich echt mittlerweile extrem unnötig finde.

Auch die ganz Kleinen sind schon fleißig am marschieren und ziehen die komplette Aufmerksamkeit auf sich. Die beiden Mädels waren mit besonders viel Elan dabei.

Die weibliche Fraktion der Polizei in Kamerun hat einen super Auftritt hingelegt. Hier auch nochmal zwei Beispiele für die Kleider: Oben Orange, unten Gelb, jeweils mit Haarschmuck. Und unten links nochmal einen politische Botschaft.

Wichtige Firmen in Kamerun: Das Postamt, mit einer supercoolen Flaggenträgerin/MTN, ein Handyanbieter, wird meist für SMS Flat und anrufen benutzt (ein weiterer Unterschied: ich kenne sehr viele Leute, die mindestens 2 SIM-Karten haben, in Deutschland kannte ich nur eine Person)/Nexttel, auch ein Handyanbieter, sehr beliebt fürs Internet (viel schneller als der Rest und auch sau teuer leider) und rechts unten Orange, auch ein Handyanbieter, viel fürs telefonieren. Jeder Anbieter hat seine Vor- und Nachteile.

Zum Schluss auch nochmal ein Bild, auf dem auch ich zu sehen bin. Ich bin hier mit Schülern und Lehrern von CERSOM zu sehen. Der IB hat bei CERSOM zwei Freiwillige eingesetzt. CERSOM ist eine Schule für hörgeschädigte Menschen.IN




Bis bald!
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