Montag, 11. Mai 2015

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte

Ich habe in letzter Zeit ganz fleißig für Euch geknipst und möchte euch noch ein bisschen mehr von Bali zeigen.

Viel Spaß! :)




Diese Bilder wurden auf einer Funeral aufgenommen. Es war ein sehr kalorienreicher Tag kann ich euch sagen. Der Onkel unserer Vermieterin ist verstorben, also wurden wir in den Family Compound eingeladen. Die eigentliche Beerdigung fand am Tag vorher statt, im Familienkreis. Am nächsten Tag wurde die Dead Celebration gefeiert. Die kann man im Prinzip feiern wann man möchte, auch Jahre später. Dort geht es dann nicht mehr um den Tod, sondern das Gedenken der lebenden Person.

Bei einigen Celebrations gibt es bestimmte Attraktionen: Chöre, Tänze (von bestimmten Tanzgruppen oder dort wo jeder mitmachen darf)...manchmal gibt es auch Jujus. Ich weiß nicht sehr viel über sie, aber sie arbeiten unter anderem für den Fon, dem Dorfoberhaupt, so etwas wie ein König. Ich würde sagen, es ist wie in England, eine konstitutionelle Monarchie. Es gibt den König und viele schauen zu ihm auf, es gibt auch bestimmte Regeln, aber er hat eigentlich keine politische Macht und muss sich den Gesetzen Paul Byas (Präsident von Kamerun) genauso unterwerfen wie alle anderen.

Ihr seht schön fettiges Essen. Das sind Plantains, Kochbananen. Man kan sie kochen, fritieren oder grillen oder einfach rumexperimentieren. Ich habe zum Beispiel letztens eine Plantains-Karotten-Suppe gekocht.

Auf dem anderen Bild seht ihr Ma Adeline, die Schwester unserer House Lady. Sie ist die eigentliche Vermieterin, aber ihre Schwester Ma Esther wohnt in ihrem Haus und sorgt dafür. Auf dem nächsten Bild seht ihr Max, meinen Mitbewohner, der die Plantains genießt. Dieses rote Öl, das Ihr seht ist Palm Oil. Es wird aus bestimmten Palmen gewonnen. Es schmeckt sehr lecker, aber man muss wissen wie man damit umgeht. Es ist vollkommen natürlich und stinkt so wie es abgefüllt wird ganz fürchterlich. Man muss es erst bleichen, also aufkochen und dann schmeckt es super. Auf dem nächsten Bild sitzt die liebenswerte Ma Grace. Sie ist die Tante, einer Freundin von uns und unsere Nachbarin.




3 Stunden später: Es war ein echter Power Tag, ganz nach meinem Geschmack. Zwei Funerals an einem Tag. Hier wurden wir von Uncle Peter, unserem Direktor und auch Freund eingeladen. Auf dem ersten Bild seht ihr die zwei Süßen. Das Händchenhalten zwischen zwei befreundeten Männer ist hier nichts außergewöhnliches, das bedeutet nicht unbedingt, dass es eine romantische Beziehung ist. Allerdings ist es recht klar, dass Mann und Frau nicht aus Freundschaft Händchen halten. In Kamerun ist Homosexualität leider noch verboten, ich frage mich manchmal wie viele der Händchenhaltenden Männer eigentlich zusammen sind. Man muss es leider noch verstecken, aber es ist in den großen Städten schon längst nicht mehr so ein großes Tabu. Wenn sich die gesetzliche Lage ändern würde, wäre die Situation in Städten sicher in 3,4 Jahren eine komplett andere. Aber wir brauchen uns ja nichts vormachen. Wenn ich an mein Dorf in Deutschland (Niederbrechen) denke, ist das dort auch ein Riesenskandal.

Unser Direktor hat uns abgeholt und uns zum Haus gebracht. Als wir ankamen saßen einige unsere Lehrer schon da und wir haben zusammen gegessen und getrunken. Außerdem haben wir ausgemacht, dass wir alle am Abend eine Occasion starten. Das heißt bei uns nur eins: Party machen. Auf dem 2. Bild sind nun einige dieser Lehrer: Ein Ehemaliger Lehrer, dessen Namen ich mir einfach nicht merken kann, Madam Class 1, deren Namen ich mir auch nich merken kann und Ma Anna (von links). Euch ist wahrscheinlich aufgefallen, dass ich immer zu von Mas, Uncles, Nis und so weiter rede. In Bali spricht man meistens nicht direkt mit dem Vornamen an, vor allem nicht die Menschen, die älter sind als man selbst. Unsere Schüler nennen uns Ni Max und Ma Louisa. Es ist einfach eine vorm von Respekt, so wie das „Sie“ und das „Du“ in Deutschland. Nur hört das meistens irgendwann auf, wenn man sich vertraut ist.

Uncle Peter ist der Mann, den man auf dem dritten Bild strahlen sieht. Er ist wirklich ein Herzchen und gehört für mich zu meiner Familie. Er ist der Direktor der Alpha School, der Schule des Fon. Ich hatte am Youth Day die Möglichkeit ihn kennenzulernen. Es war sehr interessant, er spricht ziemlich gut Deutsch, weil seine Frau aus Deutschland kommt. Und sein Palast ist sau schön!

Auf dem letzten sieht man mich, die Mutter von Uncle P./HM (Head Master), wie ich ihn nenne, Ni Max und Ma Susanne, eine Freiwillige aus Baham (ca. 3 Stunden von Bali). Sie kommt auch aus Deutschland und macht einen Freiwilligendienst im Centre in Baham. Sie arbeitet dort mit Menschen mit Handicap. Ich trage ein selbstgeschneidertes Kleid, das an der Beerdigung meiner Oma in Nigeria Freunde und Familie getragen haben.






Ostern. Ich dachte mir zu Ostern, es wäre sehr schön ein bisschen was von der deutschen Tradition zu erzählen. Ich habe mit meinen Kindern Ostereier gebastelt, ihm vom osterhasen erzählt und letztendlich 120 Eier und 340 (!) Kekspackungen gekauft und die Eiern kurz vor den Ferien gefärbt. Danach habe ich alles versteckt. Ich konnte nur für zwei Schulen Eier färben, sonst wäre mein monatliches Geld komplett draufgegangen. Die ersten zwei Bilder sind von der Alpha School, die anderen von der Holy Infant. Jedes Kind hat ein Ei und eine Packung Kekse gekriegt. Die Government School hat nur Kekse bekommen. Es war sehr schön die Kinder so glücklich zu sehen. Leider war ich an Ostern ziemlich krank und mein persönliches Ostern bestand aus Schlafen, Filme gucken und zum Klo rennen um jegliche Nährstoffe aus meinem Körper zu entleeren. Trotzdem war es ganz schön, ich hab etwas mit meiner Familie geskypet.


Hier einige der Verstecke und meine Kinder mit ihren Geschenken.



Alanichu! Das heißt in Bali soviel wie guten Appetit. Ein paar Köstlichkeiten um Euch alle neidisch zu machen:





  1. Cappuciono im Prescraft. Mit ganz frischem Kaffee, der hier in Kamerun produziert wird und echter Mich! Eine tolle Abwechslung zum Milchpulver.
  2. Rice, Stew and Gamma Gamma – Rice, Tomatensoße und spinatähnlichem Gemüse, ach ja und Öl natürlich!
  3. Unser wunderbarer Frühstückstisch als Theresa, Robert und Landry zu Besuch waren (alle aus Bafoussam): Eier, Avocadocreme, Ananas, Erdnuscreme, selbstgemachte Marmeladen, Schokocreme, Die Kuh die lacht (Schmierkäse, selbstgemachte Kräuterbutter und selbstgebackenes Volkornbrot.
  4. Palmwine/White Stuff/Ndufufu (Bali language) Wein, der aus Palmen gewonnen wird, komplett natürlich, morgens noch sehr süß mit fast keinem Alkoholgehalt, abends sehr sauer und voller Alkohol (der Gärungsprozess ist sehr schnell. Wir trinken jeden Freitag mit Uncle Peter ein bisschen Palmwine.




  1. Salat mit Käse, den ich mir für einen absolut unverschämten Preis gegönnt habe.
  2. Nudeln mit Bolognese.
  3. Avocado, Kiri (richtiger Frischkäse!!), Omlett (wahlweise mit Spaghetti oder Sardinen)
  4. Ein wunderbarer Tisch zum Schlemmern. Es gab Kartoffelbrei mit Gemüsegemisch.




Luis, ein ehemaliger Freiwilliger, der vor ein paar Jahren in Dschang an der Rainbow School seinen Dienst angetreten ist. Er ist wieder zurückgekommen um ein Praktikum innerhalb des Studiums zu machen. Ein paar Tage war er auch bei uns und hat uns besucht.

Unsere süße Kleine von Ma Confort. Der größte Schatz. Besonders lustig, der Hund im Hintergrund, der offensichtlich probiert sie aufzufressen.

Mein Zimmer: 1.000 Bilder und lauter unnütz Zeug.

Und zuletzt: Ein Bild aufgenommen in Yaounde, der Hauptstadt von Kamerun. Ich war dort um mein Visum zu verlängern. Mein Afro ist ganz schön lang mittlerweile. Den Rock habe ich mir hier schneidern lassen.





Time 2 Be. Unser Nachmittagsprogramm auf der Government School. Bild 1,2 und 4 wurden dort aufgenommen: Beim Malen, Spielen und beim Haare flechten von Ma Louisa. Bild 3 zeigt Ni Valentin beim Unterrichten. Er der beste Lehrer, den ich hier jemals gesehen habe. Es macht richtig Spaß ihm zuzusehen. Er ist Direktor der Holy Infants School und Class 6 Teacher dort.



  1. Meine zwei Lehrerinnen in der Holy Infant. Sie unterrichten die 3. und 4. Klasse.
  2. Eine der Occasions der Alpha School Lehrer. Ma Canicale in ihrem Element. Sie tanzt unfassbar gut
  3. Ma Anna beim bezirzen vom HM, ebenfalls eine exzellente Tänzerin
  4. Holy Infant Lehrerin, die ich spontan eingeladen habe (Namen, weiß ich leider nicht), ich, Uncle Peter (von links)



Eine Babyparty. Eine unserer Kollegen hat einen kleinen Mac geboren und alle Alpha School Teacher waren da. Es gab ein kleines Entertainmentprogramm bestehend aus Tänzen, Liedern und und und. Den süßen Mac und mich seht Ihr auf dem ersten Bild, Max und Mac auf dem zweiten (ich glaube sie wollten ihn nach Max benennen, aber alle nennen Max immer Mac, deshalb heißt er jetzt wahrscheinlich Mac), Uncle Peter auf Bild 3. Auf dem letzten Bild Ma Ajeanet/Ma Pastor (sie ist mit einem Pastor verheiratet) mit dem schönsten Kleid auf Erden.


Ein kleiner Vorgeschmack auf den nächsten Blogeintrag: Bilder die auf der Ring Road aufgenommen worden sind.



  1. Eine Verkäuferin, die Garden Eggs und Passion Fruits (kleine Maracuja oder Passionsfrucht) verkäuft.
  2. Eine Verkäuferin in Wum mit einer Typischen Bartheke im Hintergrund (typisch für Dörfer, nicht für Städte). Was sie in der Hand hält nennt sich Smirnoff Ice, Wodka-Bitterlemon
  3. Ein Sohn des Fons in Bafoot, der uns den Palast und ein Museum, das sehr interessant war gezeigt hat.
  4. Ma Jaquelin und ihr Ehemann. Dieses Bild wurde nicht auf der Ring Road aufgenommen, sondern in Bali auf der Babyparty. Sie sind diejenigen, die Mac auf die Welt gebracht haben.


Wunderschöne Ecken in Kamerun:


  1. Der Strand von Kribi beim Sonnenuntergang
  2. Der Wasserfall in Bali
  3. Der gleiche Wasserfall, links von dort wo das Wasser kommt springen wir immer in den Wasserfall. Jedes Mal ein erneuter Adrenalinschub für mich. Der Wasserfall wurde künstlich von Deutschen hergestellt. Mit Sprengstoff haben sie das Gestein weggesprengt um Wasser für Bali zu gewinnen. Früher war dies die Quelle des Leitungswasser in Bali. Man nennt es deswegen auch den Water Supply
  4. Der Fluss in den der Wasserfall mündet.


Das waren jetzt sehr viele Bilder und auch Wörter. Ich hoffe es gefällt Euch! Schaut bald wieder rein, denn bald gibt es einen Eintrag über die Ring Road und das war ziemlich interessant.

Bis bald,
Louisa
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