Donnerstag, 25. Juni 2015

Ring Road – 3 Tage Abenteuer

In den Osterferien habe ich zusammen mit Robert, Theresa, Kathrin und Jannis (alles Freiwillige des IBs in Kamerun Urlaub gemacht. Wir entschieden uns die Ring Road zusammen zu befahren. Die Ring Road ist eine kreisförmige Straße um Bamenda herum. Man fängt also in Bamenda an und kommt auch genau da wieder raus. Es sind ca. 350 km zu befahren.

Auf der Straße selbst gibt es dann einige Stationen, an denen man anhalten kann und sich das Dorf/die Stadt und seine Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Die Planung mussten wir selbst vornehmen. Glücklicherweise wohnen Kathrin und Jannis in Kumbo (liegt auf der Ring Road) und konnten sich für uns umhören und unsere Stationen planen. Einziges Problem bei der Ring Road ist nur der Transport. Wie kommt man nach Aund B ohne eine Agentur? Die Agenturen fahren zwar ihre Strecken ab, aber halten ganz bestimmt nicht irgendwo, nur damit wir uns irgendetwas anschauen können. Die anderen Passagiere wollen ja auch mal ankommen. Also mussten wir uns auf privaten Transport verlassen, sprich: einen Fahrer mieten. Ich hatte ziemlich Angst, dass das sehr teuer werden würde, ich wollte so wenig Geld wie möglich ausgeben, koste es was es wolle. Mein Geld ist in Shopping-Touren und überteuerte Restaurants geflossen, also musste ich etwas sparen.

Sonntag, 12. April 2015:

  • Ich bin gerade zu Besuch in Bafoussam bei Theresa und Robert
  • 12Uhr: Wir machen uns auf den Weg zur Agence um nach Kumbo zu fahren
  • 13 Uhr: Der Bus fährt los
  • 15.30: Ankunft in Bamenda und eine kleine Stärkung im Restaurant neben der Agency
    (wir sind übrigens gerade vom frankophonen Teil in den anglophonen gefahren)
  • 16 Uhr: Ankunft bei der Agency, die uns nach Kumbo bringen soll, wir warten auf Passagiere
  • 18 Uhr: Es geht endlich los, wir merken, dass wir hätten früher losfahren sollen, es wird ganz schön spät und langsam schon dunkel, ich skype mit meiner Freundin Tina, die gerade in England ist
  • 21 Uhr: Endlich in Kumbo, Jannis holt uns ab und wir gehen zu ihnen um zu Abend zu essen
  • 23 Uhr: Alle fallen kaputt ins Bett, morgen geht es los.


Montag, 13. April 2015, Tag 1:

  • 7 Uhr: Alle sind wach und lechzen nach Kaffee
  • Wir machen uns fertig, draußen hat der Vermieter von Kathrin und Jannis einen Privaten Fahrer organisiert, der uns zu einem guten Preis mit einem recht guten Auto fährt
  • 8 Uhr: Wir fahren los
  • Unser Plan heute: Die Teeplantage und einen Palast auf dem Weg nach Wum besuchen und dann in Wum ein Hotel suchen, in dem wir übernachten können
  • Wir kommen ziemlich schnell durch, sehen eindrucksvolle Naturbilder, quatschen im Auto, hören Musik und genießen die Reise
  • Zwischendurch frühstücken wir irgendwo auf dem Weg
  • Wir fahren immer geradeaus, bleiben immer auf der gleichen Straße, der Ring Road eben
  • Gegen 11 Uhr kommen wir bei der Teeplantage an
  • Hier mal ein Bild damit Ihr sehen könnt, was wir gemacht haben





    Bild 1: Das Feld, es gibt unendlich viele davon, man kann sich gar nicht vorstellen, wieviele Kilo Tee hier am Tag produziert werden. Wir fahren an der Security vorbei. Leider haben Montags die Geräte Pause, trotzdem kriegen wir eine Führung vom Manager (übrigens vollkommen kostenlos).
    Bild 2: Der Tee in meiner Hand. Der Tee wurde erst geerntet, getrocknet, gepresst, geschnitten und dann im Ofen erhitzt. So sieht er danach aus
    Bild 3: In der Tasting Office. Der Manager (aus Indien) zeigt uns den Unterschied zwischen indischem und kamerunischen Tee und erklärt warum die Kameruner den indischen Tee nicht so gerne mögen. Wir alle krigegen ein ziemlich großes Packet Tee geschenkt. Der Tee wird hier nur produziert, in Teebeutel gefüllt und exportiert wird er dann in Douala, dem Produktionszentrum Kameruns.
    Bild 4: Der Tee kommt gerade frisch von den Plantagen und wird nun zum trocknen gebracht.



  • 13 Uhr: Wir fahren zum Palast, direkt neben der Teeplantage in Mbot
  • Hier wohnt ein Fon, das Dorfoberhaupt, sozusagen der König, er hat eher eine repräsentative Rolle, doch trotzdem hat er auch Macht. Hier der Palast von Mbot.
  • Wir fahren weiter und kommen gegen 16 in Wum an
  • Die Hoteljagd geht los, erstes Hotel wäre perfekt gewesen, aber zu teuer, also weiter geht es
  • Nach ca 1.5 suchen und Verhandeln finden wir ein Hotel, dass zwar nicht schön oder bequem oder groß ist, aber dafür billig, also wollen wir bleiben, ist ja nur für eine Nacht.
  • Wir gehen essen und setzen uns in eine Bar und spielen bei ein, zwei Bier gemütlich Karten, nachher essen wir noch superleckere Fleischspießchen
  • In der Nacht handeln wir durch Zufall noch mit ein paar Fahrern herum, finden dann schließlich einen zu einem tollen Preis. (Die ungefähren Preise wurden uns vorher vom Vermieter von Kathrin und Jannis gegeben


Dienstag, 14. April 2015, Tag 2:

  • Heute haben wir das anstrengendste Stück unserer Reise vor uns: Wir müssen von Wum nach Nkambe über Nyos (sehr weit und mitten durch die Pampa, zwischendurch gibt es praktisch gar nichts.)
  • Alle haben Bauchkrämpfe und Durchfall, irgendwas hat mit den Fleischspießen nicht gestimmt.
  • Der Fahrer von gestern steht schon bereit, wir verhandeln noch einmal, der Preis ist auf einmal doch nicht super, aber gerade noch akzeptabel. Das Auto ist eine vollkommene Katastrophe, allerdings gibt es in Wum sonst gar nix und wir haben kaum eine andere Wahl, schon gar nicht für weniger Geld
  • 8 Uhr: Die Fahrt geht los
  • Ich kriege abwechselnd Lach- und Panikanfällt, denn die Straße ist hier nicht mehr geteert, nicht abgesichert und das Auto wirklich katastrophal. Die anderen versuchen mich zu beruhigen und ich probiere alles mit Humor zu nehmen.
  • Unser Fahrer ist definitiv ne verrückte Nummer, das kann man tatsächlich einen abenteuerlichen Trip nennen.
  • Wir vespern im Auto Avocado Brot
  • Gegen 12 sind wir in Nyos
In Nyos gibt es einen See, aus dem Co2 austritt und der vor einigen Jahren den See gesprengt hat und 2.000 Menschen und alle Lebewesen ausgelöscht hat. Nur Babys konnten überleben. Mittlerweile wird der Co2 Austritt mit Fontänen geregelt, der See wird rund um die Uhr kontrolliert und überwacht. Über dem See liegt ein sehr ungewohnter Nebel, überall liegen Steine auf dem Weg, wahrscheinlich noch vom Ausbruch. Wir sehen uns den See an und fahren danach noch ins Dorf Nyos, in dem sich mittlerweile wieder Menschen angesiedelt haben (ungefähr 30-40), da kann nicht mal Dombach mithalten mit seiner mickrigen Einwohnerzahl.

Kamerun ist ca. 1,5 mal so groß wie Deutschland, hat aber nur ca. 30 Millionen (oder sogar 21 Millionen, ich weiß nicht mehr genau) Einwohner. In Yaounde und Douala, die zwei größten Städten leben schon ca. 8/9 Millionen, also ist es logisch, dass es ziemlich viele wenig besiedelte Gebiete gibt. Ich habe bisher keins gesehen, aber das Stück zwischen Wum und Nyos spricht für sich: Immer wieder vereinzelte Häuser, keine Stadt, keinen Shop, keine Tankstelle, so gut wie nichts. Dafür aber wunderschöne Landschaften und unzählige Plantagen und Felder mit Lebensmittlen und so weiter.


Ein Bild an dieser Stelle:




Bild 1: Bild aus dem Auto heraus, Blick auf die Ring Road
Bild 2: Eingang zum Mbot Palace
Bild 3: Die Staße irgendwo zwischen Wum und Nkambe und zwei Männer, die ins nächste Dorf laufen
Bild 4: Die Straße nach Nyos, man sieht die Steine vom Ausbruch ganz deutlich


  • 16.30 Ankunft in einem Dorf vor Nkambe, wir machen Pause und nehmen Motos weiter nach Nkambe, weil unser Auto nicht durch die Polizeikontrolle kommen würde
  • 17.15 Auf geht’s nach Nkambe, wir sitzen auf den Motos und los geht’s
  • 18 Uhr Ankunft in Nkambe und im Hotel, kurze Verhandlungen und dann zu einem akzeptablen Preis eingezogen.
  • Alle duschen, das Wasser ist braun, weil wir den ganzen Tag durch die staubingen Straßen gefahren ist, in der Trockenzeit wirbelt man immer sehr viel staub aus, aber die Ring Road ist nur in der Trockenzeit befahrbar, sonst ist die Straße einfach zu rutschig
  • 19 Uhr: Wir machen die Geldabrechnung und kommen unfassbar günnstig weg: Mit Luxusessen morgen in Bamenda ca. 45 Euro, ziemlich wenig im Vergleich zu sonstigen Abrechnungen im Urlaub in Kamerun
  • 19.30 Uhr: Wr gehen essen und trinken noch was in der Bar
  • 22 Uhr: Alle schlafen tief und fest.


Mittwoch, 15. April, Tag 3:
  • 8 Uhr: Wir stehen bereit vor dem Hotel. Heute ist der letzte Tag unserer Reise
  • Robert hat sich noch nicht von dem Fleischspießen erholt und fährt direkt nach Bafoussam
  • Die anderen wollen heute noch den Kratersee in Wum und den berühmten Palast in Bafut sehen.
  • Wir organisieren uns Motos, es gab ein kleines Missverständnis, wir dachten sie fahren uns nach Bamenda, wo unsere Tour heute ändert und hält mit uns dort wo wir hin wollen, sie dachten wie zeigen uns den Kratersee
  • Also schauen wir uns den Kratersee gegen 9 Uhr an (Bild kommt später)
  • Dann sind wir zur Agency gefahren und haben gefrühstückt und einen Fahrer mit Preis verhandelt (der teuerste Tag bisher aber es erschien uns alles ok)
  • Auf dem Weg haben wir uns dafür entschieden uns noch einen Wasserfall anzusehen (gute Entscheidung, er war wunderbar)
  • Gegen 13 Uhr waren wir in Bafut, unser Fahrer wollte uns hier rauslassen und wegfahren (anders als vereinbart), aber trotzdem den vollen Preis haben. Also haben wir erstmal lang und ausgiebig diskutiert (alles auf dem Gelände des Bafut Fon, in Begleitung seines Sohnes)
  • Der Sohn vom Fon hat uns angeboten uns den Palast und das zugehörige Museum zu zeigen, wir waren noch etwas mit dem Fahrer beschäftigt.
  • Erst war er so genervt, dass er komplett ohne Bezahlung weggefahren ist, dann hat er gemerkt, dass das ziemlich dämlich ist und doch auf uns gewartet, alles wie vereinbart
  • Während er warten musste, haben wir uns das sehr interessante Museum angesehen, es war toll weil wir auch unheimlich viel fragen dürften.
  • Ich habe sehr viel über die Strukturen an einem Hof des Fons herausgefunden.
  • Gegen 16 Uhr sind wir dann auf nach Bamenda

An dieser Stelle zwei Foto



Bild 1 & 3: Im Hof des Palastes von Bafut, hier lebt die Familie des Fons
Bild 2: Kratersee in Wum
Bild 3: See in Nyos




Bild 1: Das Museum in Bafut (übrigens auch viel mit deutscher Familie, Singraf und so weiter)
Bild 2: Die Empfangshalle des Fons für offiziellen Besuch
Bild 3: Ein Sohn des Fons mit Souvenirs, die im Palast hergestellt werden
Bild 4: Eine schöne Vase vor der Empfangshalle des Fons


In Bamenda angekommen sind wir ins Prescraft Cafe gegangen (Weißentreffpunkt in Bamenda, denn es gibt Kaffee, Cappucciono, Pizza und und und zu teuren Preisen). Ein letztes Festmahl mit Burgern und Tunfischsandwisch mit Mango-Smoothie und Schockoladenkuchen. Hmmmmmm...es war ein Schmaus.

Passend dazu ein Bild mit unserem Essen!







Es war eine abenteuerliche Reise und es hat ultraviel Spaß gemacht! Zum Schluss noch ein paar Bilder von mir.

Vor dem Wasserfall, der Teeplantage und während dem Motofahren nach Nkambe!



Bis bald,

Eure Louisa!
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